Immer montags I
Erstes Kapitel
"Immer am Montag," dachte Lea und "Warum immer ich?" Sie starrte in den Nebel, der sie wie eine undurchsichtige Blase umgab. Der Regen trommelte auf Anorak und Überhose. Die Haare kräuselten sich vor Scham und Ärger. Sie hatte die Mütze abgenommen.
Zweites Kapitel
Google Earth senkte seinen Blick auf ihren perfekt gezogenen Seitenscheitel. Die in die Stirn gelegte und nun vom Regen angeklebte dicke, schwarze Locke, die Lea mit Bedacht über der rechten Stirnhälfte als Kontrast zum Muttermal auf ihrer linken Wange anbrachte, war aus diesem Winkel nicht zu erkennen.
Sieben Monate hatte sie nun schon als Volontärin auf diesem Vorposten des Argentinischen Amtes für Bodenschutz und Kampf gegen die Ausbreitung von Wüsten im südlichen Feuerland verbracht. Der Sommer war fast vorüber.
Drittes Kapitel
Dieser Scheitel war ein Spleen. Er war ein Markenzeichen, das sie sich an der naturwissenschaftlichen Fakultät angeeignet hatte. In Studentenkreisen war sie dafür berühmt gewesen und nicht nur dafür. Sie hatte es genossen, war immer im Mittelpunkt gestanden. Sie musste dafür nicht einmal im Raum sein. Aber hier unter all den Schafen, wie sie immer ihrer Cousine in der Hauptstadt berichtete, war sie immer die Letzte in der Reihe. Hier wo es nichts gab, war sie immer die Letzte an der Tischkante. Sie war die, die noch einmal die Messgefäße einholen musste, die Hunde im Zwinger betreuen. Und jetzt war auch noch die Anzeige des Hygrographen ausgefallen. Eine traf es immer, die Messungen auf dem Außenturm abzulesen, bis das Ersatzgerät eingeflogen wurde. Die eine war sie. Immer. Und dann war auch noch ihr iPod ausgefallen. Sie war sich sicher, dass wieder jemand damit herumgespielt hatte, wenn sie draußen war. Sie wollte sich gar nicht ausmalen, was sie sonst noch in ihrer Abwesenheit trieben. Sie wollte sich auch nicht ausmalen, was sie sonst noch gerne trieben - mit ihr. Diese Schafsköpfe!
Viertes Kapitel
Sie wusste noch nicht, dass sie beobachtet wurde. Die Kollegen mit den besonderen Fähigkeiten, die sie sich in ihrem weltumspannenden Netz aus Öko-Computerfreaks geschaffen hatten, waren ihr auf der Spur. Die Verbindung von Ortungssystemen, Überwachungskameras und sonstigen Umweltbeobachtungsapparaten hatte möglich gemacht, wovon Georg Orwell nicht einmal zu haluzinieren wusste. Sie warteten nur darauf, dass Lea endlich zum Himmel schrie, um ihren weit geöffneten Mund zu inspizieren.
Don de Lion
La revolución y el poeta
Donde leones están,
venceremos la patria siempre.
Nunca quería yo,
nada mas que todo el universo.
Canta, animal, el destino
tuyo y el destino de todos.
Canta la noche que arriva
con la luz vigilante del treno.
Tajga
Once upon a place begannen die Geschichten der anderen Dimension. Längst waren Autoren auf den Geschmack gekommen, Peronen in längst vergangenen Zukünften durch Zeitsprünge in unsere Gegenwart missraten zu lassen.
interkult..
'Ntschaskana hat einen Hang zur Exotik.
Die Gruppe durchlebte in "Little Japan" den Exotik-Schock. Schließe deine Augen und fühle russische Schneeflocken auf deiner Haut, schütte Rumänischen Wodka in die Gurgel beziehungsweise hinter die Baskische Mütze. Jamaikanischer Rum wird im Süditalienischen Gitarrenkoffer transportiert. Mexikanische Blasengerln passen zum dräuenden Advent. Es nützt nichts.
Der Erzähler könnte sich den Mund fusselig schreiben, was unter Blechbläsern eher verpönt ist. Ska ist abseits der auditiven Wahrnehmung kaum zugänglich.
Wer Ohren hat zu hören, der höre hinein.
skaskaska
Der Musikstil bleibt Ska.
Das Kalexicon erzählt: Ska entwickelte sich in Jamaica aus verschiedenen Musikstilen (Mento mit Rhythm & Blues, Jazz und Boogie-Woogie). Aus diesen Musikrichtungen wurden diverse Instrumente übernommen, die den Sound bis heute prägen. Besonders markant für den Ska sind die horn sections: Posaune, Trompeten, Saxophon(e).
Die Musik setzt sich auf unverwechselbare Art von anderen Musikstilen ab, weil Ska im Gegenrhytmus (Offbeat), also mit der Betonung auf dem 2ten und 4ten im Takt gespielt wird. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, stelle sich einfach einen schnell gespielten Reggae vor. Unvorstellbar. Ausflüge in die Geschichte der Musikstile sind erlaubt.
die band...
Nach einigen schmerzlichen Verlusten und herzlichen Zugängen betreiben nun Emmanuel Heger (drums & contralto), Wolfgang Penz (lickin' keyboards), Birger Rudisch (burned trumpet, rare trombone and (b)leading vocals), Gregor Lener (fluid horns), 'when you want sax call me' Peter Dematté (tenor and alto sax and tenor vocals), 'when sax calls from nowhere pray its' Julia Kellner (baritone sax), Francesca 'Jessi' Kreuz (tender bass guitar) und Christof Hager (eclectric guitar) das Spiel mit dem Feuer: Birgit Kubica (senior vocalist) entfacht es im Sturm.
the beginning...
Wir waren uns intern auch lange nicht einig, es scheint aber ein Wesensmerkmal unserer Band zu sein. Man wird es nicht glauben, aber es ist ein Faktum der Orthographie.
Die musikalische Nomenklatur will es, dass unserem Namen ein Apostroph vorangestellt wird. Da ist es nicht so wesentlich, ob das nachfolgende N groß oder als n klein geschrieben wird. Es soll vorgekommen sein, dass selbst auf DemoCD-Covers der Apostroph dem N nachgestellt wurde. Dieser Umstand stürzte uns sofort in eine tiefgreifende Identitätskrise. Wir greifen im Notfall also nicht nach einem Strohhalm, sondern bloß nach dem Apostroph.
Wir sind bescheiden.
´Ntschaskana enstand im Herbst 1999 südlich des Westbahnhofes einer inneralpinen Weltstadt in einer Tischlerei. Durch den Apostroph getrieben setzten die Musiker - dem Rythmus der vorbeiratternden Draisinen folgend - immer um einen halben Schlag zu spät ein.
Der off-beat war geboren. Der Proberaum war arschkalt. Ein Elektro-Heizwirbler - dem städtischen Energieversorger sei dank - brachte den karibischen Feel. Das Zucken in den Beinen war fremdbestimmt. Anderes als Blechblasen hatten sie nicht gelernt.
Getrieben vom Willen, Es zu erreichen, stürmten sie voran. Bald hatte sich die Ska-Band in der Innsbrucker Musikszene etabliert. Sie hatte einen Proberaum. Dann kam der Durchbruch. Beim Biologenkongress in Igls war lediglich der Schweizer der beiden Erfinder dieses legendären Stoffes zu einem Referat eingeladen. Aber die Gage stimmte. Bisherige Tournee-Stationen waren seither Langen bei Bregenz, St. Ulrich am Pillersee, Rimini am Meer, Metropole Kufstein am grünen Inn, ....


